Sommer startet mit Neuerungen für Mini- und Midi-Jobber

 

 

Für Mini-Jobs sinkt der Beitragssatz für die Mutterschutzumlage
Auch Arbeitgeber von Mini-Jobbern sind verpflichtet, Beiträge zur Umlage U2 zu zahlen. Die Umlage dient der Finanzierung von Mutterschaftsleistungen, die der Arbeitgeber erbringen muss. Im Einzelnen sind dies der Zuschuss zum Mutterschaftsgeld im gesetzlichen Schwangerschafts- und Mutterschaftsurlaub sowie die Zahlung von Arbeitslohn während eines Beschäftigungsverbots für die werdende Mutter. Diese Aufwendungen werden Arbeitgebern durch die Krankenkasse der jungen (werdenden) Mutter erstattet, so dass sie finanziell so gestellt werden, wie Arbeitgeber, die keine weiblichen Mitarbeiter beschäftigen. Grundsätzlich kann jede Krankenkasse selbst über die Höhe des Beitragssatzes bestimmen. Aktuell umfasst der Beitragssatz zur U2 eine Bandbreite zwischen 0,24 % (Knappschaft-Bahn-See) und 0,88 % (IKK Brandenburg und Berlin).

Da alle Arbeitgeber für alle Mitarbeiter (auch für männliche) die Umlage U2 auf der Basis der gezahlten Bruttolöhne zahlen müssen, sind auch für Mini-Jobber Beiträge zu leisten. Der Beitragssatz zur U2 für Mini-Jobs orientiert sich am Beitragssatz der Knappschaft-Bahn-See. Zum 1. Juni 2019 wird dieser von 0,24 % auf 0,19 % gesenkt. Liegt der Minijob-Zentrale ein Dauer-Beitragsnachweis vor, wird der U2-Beitrag automatisch angepasst. Insoweit ist ein neuer, geänderter Dauer-Beitragsnachweis nur zu übermitteln, wenn sich die Bemessungsgrundlage, sprich das dem Beitragsnachweis zugrundeliegende Arbeitsentgelt verändert.

Midi-Job-Bereich wird erweitert
Zu den Mini-Jobs gehören alle Arbeitsverhältnisse, bei denen das regelmäßige durchschnittliche Arbeitsentgelt monatlich nicht mehr als 450 Euro beträgt. Wird die 450 Euro-Grenze überschritten, so handelt es sich um ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis, zunächst im sogenannten Midi-Job-Bereich (monatliches Entgelt zwischen 450,01 Euro und 850 Euro). Der Vorteil eines Midi-Jobs liegt darin, dass die Arbeitnehmerbeiträge nur langsam bis auf die vollen 50 % der vom Arbeitnehmer zu zahlenden Sozialversicherungsbeiträge ansteigen. Zum 1. Juli 2019 wird die Obergrenze von 850 Euro auf 1.300 Euro verschoben. Damit werden weitere Arbeitnehmer von einem Teil der Sozialversicherungsbeiträge entlastet.

Aber auch Arbeitnehmer, die wie bisher zwischen 450,01 Euro und 850 Euro verdient haben, werden ab Juli 2019 ein Plus in der Lohntüte haben, da der Anteil an den Sozialversicherungskosten für den Arbeitnehmer sinkt. Besonders profitieren Arbeitnehmer im bisherigen Midi-Job-Bereich, wenn sie bislang auf die Gleitzonenberechnung verzichtet haben, um volle Rentenansprüche anzusparen. Ab 1. Juli 2019 erwerben grundsätzlich alle Midi-Jobber Rentenansprüche vom tatsächlichen Arbeitslohn und nicht nur von einem fiktiv reduzierten Arbeitsentgelt. Damit ist ein Wahlrecht zur Anwendung der Gleitzone hinfällig und die bisher abgegebene Verzichtserklärung wird für Lohnabrechnungszeiträume ab Juli 2019 ungültig. Dessen ungeachtet sind die Verzichtserklärungen in den Lohnakten des Unternehmens auch weiterhin aufzubewahren und können ehestens nach einer Betriebsprüfung durch die Deutsche Rentenversicherung, die auch das Prüfungsjahr 2019 umfasst, vernichtet werden.

(Stand: 29.05.2019)

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